Kreisgruppe Bielefeld
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Kommunalwahl: Parteien zu Stadtgrün und Wald

01. September 2025 | BUND, Energiewende, Bielefelder Wald, Bäume, Klimawandel, Lebensräume, Nachhaltigkeit, Mobilität, Verkehr, Naturschutz

Wahlprüfsteine: Antworten demokratischer Parteien auf Fragen des BUND. Teil 6: Stadtgrün und Wald

Der BUND hat zur Kommunalwahl „Wahlprüfsteinen“ an demokratische Parteien geschickt. Zu acht Themen veröffentlichen wir die eingegangenen Antworten der Parteien. 

Hier folgt Teil 6: Stadtgrün und Wald 

 

6.1. Mit welchen Maßnahmen wird Ihre Partei für das Stadtklima und den Naturschutz wichtige Grünflächen schützen und entwickeln?

Wähler*innengemeinschaft Lokaldemokratie in Bielefeld - LiB

Wir fordern

  • Deutlich mehr Baumpflanzungen im Straßenraum, mit einem klimaangepassten Stadtbaumkonzept und gezieltem Schutz bei Hitze oder Trockenheit,
  • Neue Grünflächen in stark versiegelten Quartieren, z.B. durch Entsiegelung, Umnutzung von Brachflächen oder Parkplätzen,
  • Pflegekonzepte für klimaresilientes Stadtgrün, mit trockenheitsverträglichen Arten, naturnahen Wiesen und biodiversitätsfördernden Maßnahmen,
  • Ausreichende Ausstattung des Grünflächenamts mit Personal, Technik und Mitteln für Pflege, Baumschnitt, Müllbeseitigung und Bewässerung,
  • Beteiligung der Bürger*innen an Pflege und Gestaltung, z. B. Durch Baumpatenschaften, Urban Gardening oder freiwilliges Engagement,
  • Besondere Förderung für grüne Projekte in benachteiligten Stadtteilen, in denen Grünflächen oft die einzigen wohnortnahen Freiräume sind,
  • Pflege und Aufwertung bestehender Grünanlagen, mit Fokus auf Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität und sozialer Sicherheit,
  • Transparente Kommunikation über Pflegeintervalle und Zuständigkeiten, um Vertrauen und Verlässlichkeit zu stärken,
  • Grüne Schulhöfe und Kita-Außenbereiche, die nicht nur der Hitzeminderung dienen, sondern auch Raum für Umweltbildung schaffen

SPD

Für das Stadtklima, die Naherholung und die biologische Vielfalt sind das Netz der Grünflächen und der Stadtwald in Bielefeld von großer Bedeutung. Unser Stadtgrün zu schützen und weiter zu entwickeln ist eine wichtige kommunale Aufgäbe.

Die Linke

Die Linke Bielefeld wird wichtige Grünflächen und den Stadtwald als Erholungsgebiete, Trinkwasserspeicher, Klimaschützer und Lebensraum für Tiere und Pflanzen konsequent bewahren. Eine Bebauung von Flächen im Teutoburger Wald lehnen wir klar ab; „Sünden“ der Nachkriegsjahre wollen wir renaturieren. Die seit den 1920er Jahren entstandenen zentralen Grünzüge – Weser-Lutter-Grünzug, Schloßhofbach-Grünzug, Ems-Lutter-Grünzug, Johannisbach-Aue und Reiherbach-Aue – haben wir im Regionalplan gesichert und setzen uns für ihre weitere Entwicklung, Spiel- und Freizeitangebote sowie den Erhalt von Grabelandflächen ein. Kommende Baugebiete sollen Regenwasser versickern lassen und die Bodenversiegelung reduzieren. Ein integriertes Programm zum Schutz und zur Vernetzung von Lebensräumen bedrohter Arten, Verzicht auf Pestizide in Hausgärten und auf öffentlichen Flächen, insekten- und vogelfreundliche Landwirtschaft sowie die Rückführung der Lichtverschmutzung runden unser Konzept ab.

Die PARTEI

Wir brauchen mehr Park-Plätze! Alle Parks werden selbstverständlich erhalten und im gesamten Stadtgebiet schöne süße Parkplätchen und Parkplätze (ehemals Autoparkplätze) errichtet.

BÜRGERNÄHE, Wähler*innengemeinschaft für Bielefeld

Ausbau des Grünflächenverbunds und Entsiegelung zur Kühlung der Stadt.

Bündnis 90 / Die Grünen

Gerade in der Innenstadt, aber auch an Schulen und Spielplätzen, Verkehrsinseln und Grünstreifen, gibt es noch viel Potential, innerstädtische Flächen in blühende und insektenfreundliche Oasen zu verwandeln. Wir setzen hier auf heimisches Saatgut und ein gutes Mahdmanagement.Um allen Bürger*innen Naturerlebnisse zu ermöglichen, möchten wir nach dem Vorbild von Bochum „Pocket Parks“ anlegen. Brachflächen, Baulücken oder bislang versiegelte Bereiche sollen sich nach und nach in kleine Grünanlagen verwandeln, die Abkühlung im Sommer bieten und ein attraktiver Treffpunkt der Menschen im Kiez sind.

Wir fördern und unterstützen Dach-, Fassaden- und Innenhofbegrünungen. Pflaster, Beton und Asphalt sind kontraproduktiv im Hinblick auf den Klimaschutz. Im Sommer heizen sie das Mikroklima auf, bei Regen kann das Wasser nicht versickern und für die Natur ist auch kein Platz. Deswegen unterstützen wir Entsiegelungsmaßnahmen und eine Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb „Abpflastern“.

Wir wollen das Bielefelder Straßenbaumkonzept aus 2021 endlich umsetzen, denn in vielen Straßen fehlen Bäume. Auch in neuen Bebauungsplänen ist von vorneherein darauf zu achten, ausreichend (Straßen-) Bäume einzuplanen. Auf innerstädtischen Flächen mit hohem Versiegelungsgrad oder stark versiegelten Flächen in Gewerbegebieten eignen sich Bäume zur Stadtklimaverbesserung. Schon kleine Flächen können Hitzeinseln abmildern.

Lobbyisten für Kinder

  • Naturnahe Flächen fördern, „urban gardening“ ermöglichen, ausreichend Parks, Naherholungsgebiete und begrünte kinderfreundliche Freiflächen
  • Mehr Augenmaß bei Baumfällungen, bspw. bei der Martin-Niemöller-Gesamtschule
  • Aufforstung von Flächen
  • Luftschneisen für das Stadtklima bewahren
  • Grünzüge und Kleingartenflächen sowie Grabeland müssen erhalten bleiben

6.2. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass die Bielefelder Baumschutzsatzung erhalten bleibt?

Wähler*innengemeinschaft Lokaldemokratie in Bielefeld - LiB

Wir stehen vollumfänglich für den Erhalt der Baumschutzsatzung.

SPD

Die neu eingeführte Baumschutzsatzung punktet vor allem mit ihrem starken Fokus auf Beratungsangebote, mit denen die Fällung von Bäumen schon oft verhindert werden konnte, und somit unerlaubte Fällungen gar nicht stattgefunden haben. Wir wollen diesen Beratungsaspekt noch stärker fordern.

Die Linke

Ja.

Die PARTEI

Was auch immer da drin steht... Der FDP dabei zuzusehen sich jede Ratssitzung in die Hand zu beißen würden wir sehr vermissen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um diesen Zustand zu erhalten.

BÜRGERNÄHE, Wähler*innengemeinschaft für Bielefeld

Erhalt und konsequente Anwendung.

Bündnis 90 / Die Grünen

Ja. Die Baumschutzsatzung, die auf unser Betreiben hin 2022 (wieder) eingeführt wurde, soll erhalten bleiben. Bäume in Parks und Grünanlagen, aber auch in Vorgärten, entlang einer Straße und auf öffentlichen Plätzen prägen das Bild unserer Stadt. Diese Bäume haben nicht nur einen hohen optisch-ästhetischen Wert, sondern sind in Zeiten des Klimawandels elementar für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen. Ein effektiver Beitrag zum Schutz von Stadtbäumen ist eine Baumschutzsatzung.

Lobbyisten für Kinder

  • Nein, die Baumschutzsatzung verhindert Baumfällungen nicht, sondern führt eher dazu, dass Eigentümer einen Baum, der noch nicht unter die Satzung fällt, lieber vorsorglich abholzen.
  • Zudem ist dieses ein unnötiges Bürokratiemonster, was auch noch dazu führt, dass die Stadt Bielefeld für den Bielefelder Weihnachtsmarkt auswärts teure Bäume beschafft.

6.3.  Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass Waldflächen nicht für Wohn- und Gewerbegebiete beansprucht werden?

Wähler*innengemeinschaft Lokaldemokratie in Bielefeld - LiB

Wir fordern:

  • einen verbindlichen Erhalt bestehender öffentlicher Grünflächen, Vermeidung von Umwidmung zugunsten von Bau- oder Verkehrsprojekten,
  • Klare Verpflichtungen zu Grünanteilen in Neubaugebieten, etwa durch Gründächer, begrünte Innenhöfe oder naturnahe Spielflächen.

SPD

Ja.

Die Linke

Wir lehnen die Inanspruchnahme von Waldflächen für Wohn- und Gewerbegebiete ausdrücklich ab.

Die PARTEI

Gewerbeflächen wird es mit der PARTEI nur noch unterirdisch geben und Wohngebiete in Wäldern nur noch aus Baumhäusern bestehend erlaubt.

BÜRGERNÄHE, Wähler*innengemeinschaft für Bielefeld

  • Den Stadtwald auch zukünftig naturnah bewirtschaften, mit dem Ziel, einen ökologisch stabilen, leistungsstarken und mehrschichtigen sowie ungleichaltrigen Mischwald zu erhalten.
  • Keine Umwandlung in Bauflächen.

Bündnis 90 / Die Grünen

Ja. Aufgrund seiner vielfältigen Bedeutung muss der Bielefelder Wald gewertschätzt und vor baulichen Entwicklungen geschützt werden. Für neue Baugebiete darf Wald nicht beansprucht werden. Zu seinem Schutz sind bei neuen Baugebieten und Bauprojekten ausreichende Abstände - mindestens eine Baumfalllänge - einzuhalten.

Wir haben uns erfolgreich für den Erhalt des Sprungbachwaldes in Sennestadt eingesetzt. Unrechtmäßige Waldumwandlungen wie im Bereich Idunastraße (Brackwede) werden wir nicht durch das Durchwinken von entsprechenden Bebauungsplänen legitimieren.

Lobbyisten für Kinder 

Ja, soweit es sich um echte Wälder i.S.d. § 2 des Bundeswaldgesetzes handelt.


6.4. Unterstützt Ihre Partei das Naturwaldkonzept für den stadteigenen Wald, mit dem mindestens 10 % des Waldes als Wildnisentwicklungsflächen ausgewiesen und der übrige Wald naturnah im Sinne der Gemeinwohlfunktionen entwickelt werden soll?

Wähler*innengemeinschaft Lokaldemokratie in Bielefeld - LiB

Wir wollen die vorhandenen Potenziale für mehr Stadtgrün ausschöpfen, z.B in Gewerbegebieten. Kleine, dichte Mini-Wälder nach der Miyawaki-Methode („Tiny Forests“) verbessern das Mikroklima, speichern Wasser und fördern die Artenvielfalt – selbst auf nur 100 bis 300 m².

Unsere Vorschläge:

  • Pilotprojekte in Bielefelder Gewerbegebieten, z.B. mit Unternehmen, Kammern oder Initiativen,
  • Anreize für Betriebe, ungenutzte Flächen bereitzustellen, z.B. Randstreifen oder Parkplatzbereiche,
  • Unterstützung durch die Stadt bei Planung, Analyse und Förderung,
  • Kombination mit weiteren ökologischen Maßnahmen wie Blühstreifen oder Entsiegelung,
  • Beteiligung von Schulen, Azubis oder Ehrenamtlichen, als Bildungs- und Gemeinschaftsprojekt.

Das Naturwaldkonzept eignet sich dabei als Konzept für die Entwicklung.

SPD

Wir haben in der letzten Wählperiode das Naturwaldkonzept beschlossen und unterstützen es weiterhin uneingeschränkt.

Die Linke

Ja. Das Naturwaldkonzept ist vorbildlich. Uns ist aber vor allem der Aspekt der Grundwasserneubildung durch die Bewaldung des Teutoburger Waldes wichtig. Deshalb stehen wir perspektivisch für einen höheren Anteil an Waldflächen, die aus der Nutzung genommen werden sollten.

Die PARTEI

Wir legen da noch mal immer 5 % mehr als die Grünen oben drauf.

BÜRGERNÄHE, Wähler*innengemeinschaft für Bielefeld

Zustimmung zu 10 % Wildnisflächen, restliche Flächen naturnah bewirtschaften.

Bündnis 90 / Die Grünen

Ja. Der Teutoburger Wald zieht sich als grüne Lebensader durch Bielefeld. Für den Klimaschutz und die Klimaanpassung, als Erholungsraum für die Menschen, den Erhalt der biologischen Vielfalt, die Wasserrückhaltung und den Trinkwasserschutz ist er von unschätzbarem Wert. Mit dem Naturwaldkonzept wollen wir ihn auf seinem Weg Richtung Klimaresilienz begleiten. Zur Stärkung seiner Naturschutzfunktion wollen wir die weitere Ausweisung von Waldnaturschutzgebieten bei allen laut Regionalplanung als "Bereich zum Schutz der Natur" (BSN) ausgewiesenen Waldflächen prüfen. Über die im Naturwaldkonzept empfohlene Zertifizierung nach FSC hinaus, streben wir eine Zertifizierung nach Naturlandkriterien an.

Lobbyisten für Kinder

Wald hat eine immense Bedeutung für das Klima, bildet Hitzebrücken, ist Rückzugsort für viele Tiere und Pflanzen und ist für den Grundwasserschutz förderlich, sodass es gut ist, den Wald in Teilen aus der Bewirtschaftung zu nehmen, wenn hiermit die o.g. Ziele erreicht werden können.

Zum Nachlesen die Wahlprogramme demokratischer Parteien: 

Lokaldemokratie in Bielefeld – LiB

Bürgernähe

Die PARTEI

SPD

Die Linke

Bündnis 90/Die Grünen

CDU

FDP

Lobbyisten für Kinder

Volt 

 

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