Kreisgruppe Bielefeld

BUND-Aufruf zur Kommunalwahl: Weichen für die Zukunft stellen!

31. August 2020 | BUND, Klimawandel, Lebensräume, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Verkehr

Am 13. 9. wählen gehen! Klimaschutz, Verkehrswende, Biologische Vielfalt und Baumschutz wählen!

Der BUND fordert vom neuen Rat eine konsequente Verkehrswende mit einer besonderen Förderung des Radverkehrs. Foto: A. Niemeyer-Lüllwitz

Mit der Kommunalwahl 2020 werden die Weichen für die Entwicklung unserer Stadt in den nächsten fünf Jahren gestellt. BUND und BUNDjugend Bielefeld erwarten vom neuen Stadtrat, dass der Einsatz für den Natur- und Klimaschutz sowie eine nachhaltige Mobilität verstärkt wird. Allen Wählerinnen und Wählern wird empfohlen, genau hinzuschauen, wie konkret sich die Parteien für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzen wollen.  

Mit dem Klimaschutz steht und fällt alles - diese höchste Priorität hat der Rat der Stadt Bielefeld mit der Ausrufung des Klimanotstandes anerkannt. Jetzt muss auch die Umsetzung von wirksamen Maßnahmen erfolgen, so BUND und BUNDjugend Bielefeld. „Die Menschen wollen Rad fahren.“ so Vorstandsmitglied Petra Schepsmeier. „Aber in Bielefeld ist das schlicht und ergreifend gefährlich. Zu allen Straßensanierungen gehören moderne sichere Radwege statt dieser gefährlichen gestrichelten Schutzstreifen. Bielefeld als Oberzentrum sollte hier endlich Vorbild werden. Der BUND erwartet die konsequente Umsetzung des Bielefelder Radentscheides.“

Die Flächen, die fahrende und parkende Autos in Bielefeld beanspruchen, nehmen aus Sicht des BUND einen viel zu hohen Anteil ein. „Warum zum Beispiel werden die Straßen rund um den Emil-Groß-Platz nicht einfach für Poser gesperrt?,“ fragt Schepsmeier. „Die Menschen in den Cafés wären dem Stadtrat dankbar. Und es gibt viele weitere Beispiele in unserer Stadt, wo Autos den Menschen Platz machen sollten.“

Vorstandsmitglied Jürgen Birtsch fordert vom künftigen Rat, auf den weiteren vierspurigen Ausbau der B 61 sowohl im Norden als auch im Süden der Stadt zu verzichten. „Es kann nicht sein, dass der Rat eine Verkehrswende beschließt und auf der anderen Seite den weiteren Ausbau von Schnellstraßen fördert. Das lockt zusätzliche Automassen in die Stadt.“  

Auch die Verschwendung weiterer Steuermittel für einen defizitären Flughafen Paderborn ist aus Sicht der Umweltschützer nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger. Nach Gütersloh und Lippe muss jetzt auch Bielefeld aus der Subventionierung des klimapolitisch sehr fragwürdigen Flughafens aussteigen.

Das bedrohliche Arten- und Insektensterben ist auch in Bielefeld spürbar. Adalbert Niemeyer-Lüllwitz vom BUND-Vorstand fordert deshalb vom neuen Rat, die Anstrengungen für die naturnahe Entwicklung der Grünflächen und des Stadtwaldes zu verstärken. „Im Sinne einer klimastabilen Entwicklung des gestressten Waldes ist es wichtig, das von den Naturschutzverbänden vorgelegte Naturwaldkonzept endlich umzusetzen“. Für den Artenschutz gelte es, das Netz der Schutzgebiete auszubauen. Besonders wertvolle Lebensräume wie die Johannisbauaue und die Aue der Ems-Lutter sollten als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.

„Große Bäume brauchen besonderen Schutz,“ so Niemeyer-Lüllwitz. Im Sinne einer lebenswerten Stadt fordert der BUND deshalb vom neu gewählten Stadtrat eine wirksame Baumschutzsatzung.

Der anhaltende Flächenverbrauch in der Stadt ist aus Sicht des BUND ein besonders großes Problem für einen wirksamen Klima- und Naturschutz. Wer den Klimanotstand ernst nimmt, könne nicht zugleich mehreren hundert Hektar zusätzliche Wohnbau- und Gewerbeflächen im Regionalplan ausweisen. „Das Netz der Grün- und Freiflächen ist für den Artenschutz, die Frischluftversorgung und die Lebensqualität insgesamt unverzichtbar“, so Adalbert Niemeyer-Lüllwitz. Auch im Sinne der bundesweiten Nachhaltigkeitsziele müsse es in den nächsten Jahren gelingen, den anhaltenden Verbrauch solcher Freiflächen für Bebauungen deutlich abzubremsen. Dazu müsse der neue Stadtrat konsequent auf flächensparendes Bauen setzen. Ein Beitrag dazu könne auch sein, das Zielkonzept Naturschutz als rechtverbindlich für alle flächenwirksamen Planungen zu Grunde zu legen.

Weitere Infos: 

Presseerklärung (PDF) 

BUND unterstützt Verkehrswende und Radentscheid

BUND zum Flächenverbrauch

BUND fordert Baumschutzsatzung

Naturwaldkonzept für den Stadtwald

 

 

 

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