Flugplatz Bielefeld. BUND startet Online-Petition gegen den Ausbau. Bilder: BUND, Wickimedia. Gestaltung: Imke Brunzema, Kommunikationsdesign, www.brunzema.de
Update 3.3.2026: Die Stadt hat den umstrittenen Bau der Flugzeughalle genehmigt.
Darüber informiert heute, am Tag des Artensterbens, nicht die Stadt. Der Geschäftsführer des Antragstellers verbreitet diese Nachricht über die Presse. Der BUND hält daran fest, dass auf den Flugplatz Trinkwassergewinnung und Naturschutz Vorrang haben müssen. Und dass der Flugbetrieb im Interesse der lärmgeplagten Anwohner und des Klimaschutzes reduziert werden muss. Unsere Petition läuft deshalb weiter. Zur Baugenehmigung veröffentlichen wir bald eine ausführliche Stellungnahme.
Update 27.2.2026: Wir haben die ersten 1000 Unterschriften erreicht! Vielen Dank für die Unterstützung! Bitte weiter teilen und verbreiten.
https://weact.campact.de/petitions/flugplatz-bielefeld-ausbau-stoppen-1
Bielefeld, 24.2.2026 | Der BUND Bielefeld hat auf der Plattform „WeAct“ eine Online-Petition gegen weitere Ausbaupläne auf dem Flugplatz Bielefeld gestartet. Sie ist über die Seite bund-bielefeld.de verfügbar. Darin fordern die Unterzeichner Rat und Verwaltung auf, den aktuell beantragten Bau eines weiteren Hangars abzulehnen. Der Trinkwassergewinnung, dem Naturschutz und einer Reduzierung der Lärmbelastung müssen im Interesse des Gemeinwohls Vorrang eingeräumt werden.
Dr. Manfred Dümmer, Wasserexperte des BUND: „Zum Schutz der Trinkwassergewinnung ist die Verlegung von den durch den Flugbetrieb gefährdeten Brunnen und die Ausweisung eines Wasserschutzgebietes dringlich. Auch der Mitnutzungsvertrag legt fest, dass die Wassergewinnung absoluten Vorrang vor dem Flugbetrieb haben muss. Vor dieser langfristigen Sicherung der Trinkwassergewinnung Ausbaupläne zuzulassen, ist unverantwortlich“.
Die geplante Möglichkeit, zusätzliche Flugzeuge auf dem Platz unterzubringen, wird die Lärmprobleme für die Anwohner nach Einschätzung von Ina Tünnermann, Mitglied im BUND-Vorstand, weiter verschärfen: „Der Nutzungsvertrag bietet der „Flughafen GmbH“ die Möglichkeit dazu, denn danach sind jährlich 22.000 Flugbewegungen jährlich zugelassen. Diesen Wert hat die Flughafen GmbH mit aktuell ca. 18.000 Flugbewegungen in 2024 noch lange nicht ausgeschöpft. Zu Recht befürchten die Anwohner deshalb eine Zunahme der Lärmbelastung“.
Äußerungen aus der Stadtverwaltung, die Flughafen GmbH habe einen rechtlichen Anspruch auf Genehmigung der neuen Halle, widerspricht der BUND entschieden. Vorstandsmitglied Anke Werning erklärt dazu für den BUND: „Die Stadt ist Eigentümerin des Geländes. Der Mitnutzungsvertrag gestattet der Flughafen GmbH, eine Mitnutzung als Flugplatz, verpflichtet aber an keiner Stelle dazu, einen weiteren Ausbau durch Bau eines Hangars zuzulassen. Der Vertrag bietet der Stadt vielmehr ausdrücklich die Möglichkeit, Baumaßnahmen, die dem öffentlichen Wohl widersprechen, zu unterbinden. Ein Rechtsanspruch auf Genehmigung dieser Baumaßnahme besteht eindeutig nicht“.
Vielmehr spreche bei objektiver Abwägung aller hier wirksamen öffentlichen Belange – dem Interesse der Anwohner auf Vermeidung zusätzlicher Lärmbelastung, dem Gemeinwohlinteresse am Schutz des Trinkwassers und dem Erhalt der hier geschützten Biotope - alles dafür, den Bauantrag abzulehnen. Auch aus Klimaschutzgründen dürfe die Stadt einen Flugplatzausbau nicht zulassen. Schließlich hat die Stadt den Klimanotstand beschlossen und will bis 2045 Klimaneutralität erreichen.
Fliegen sei nachweislich die klimaschädlichste Art der Fortbewegung. Klimaschutz müsse das Ziel verfolgen, den Flugbetrieb und insbesondere Kurzstreckenflüge deutlich zu reduzieren, fordert der BUND. Die Stadt Bielefeld habe es in der Hand, auf dem Platz im Sinne des Gemeinwohls zu entscheiden. Sie müsse die Genehmigung für den Neubau eines weiteren Hangars verweigern.
Weitere Infos auf dieser BUND-Seite