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Uni: Wird aus der Baustraße eine neue Verkehrsachse?

17. April 2020 | Chemie, Atomkraft, Energiewende, Kohle, BUND, Verkehr, Naturschutz

Der BUND fordert den Rückbau der Baustraße und die Wiederaufforstung des gerodeten Waldes nach Abschluss der Bauarbeiten

Eine 30 Meter breite Schneise wurde für die Baustraße in den Wald geschlagen. Auch am Rand fielen einige alte Buchen.  (Foto: A. Niemeyer-Lüllwitz)

„Große Bauprojekte erfordern große Maßnahmen“, konnte man 21. März in der Presse lesen. Worum geht es? Für den Bau der Medizinischen Fakultät der Uni wird eine Baustraße benötigt. Die Begründung der Uni: „Eine neue Baustraße von der Wertherstraße zur Straße Konsequenz soll den Baustellenverkehr entzerren und die Morgenbreede entlasten“. Die Bezirksvertretungen Dornberg und Schildesche (die Straße liegt auf der Grenze) haben dem Plan zugestimmt, der Stadtentwicklungsausschuss hat das Vorhaben am 23. März beschlossen. Für die Straße wurde eine 30 Meter breite Schneise durch den Wald zwischen den beiden Straßen geschlagen, und zwar nicht erst nach dem rechtgültigem Beschluss der Maßnahme, sondern schon Monate vorher.

Grundlage dieses Beschlusses ist, dass die Straße - wie bei einer Baustraße üblich - nach Abschluss der Bauarbeiten wieder zurück gebaut wird. Jetzt gibt es Überlegungen im Amt für Verkehr und in der Uni, daraus eine öffentliche Straße zu machen. Universitätsrektor Gerhard Sagerer unterstützt das. Er hofft „auf eine neue, öffentliche Verkehrsachse zur Entlastung des Verkehrs rund um die Universität“.

Als Umweltverband konnten wir kaum glauben, was wir da in der Zeitung gelesen haben. Der Rat der Stadt hat eine Verkehrswende beschlossen, nach der der Autoverkehr zurück gedrängt werden soll. Zugunsten von öffentlichem Nahverkehr und dem Ausbau des Radwegenetz. Gerade die Uni ist jetzt schon mit einer Stadtbahnlinie, Buslinien und Radwegen hervorragend erreichbar. Dennoch nutzen noch zu viele Unibeschäftigte und Studierende das Auto, um zur Uni zu fahren. Das wird durch vierspurige Erschließungsstraßen und großes Parkhäuser erleichtert. Und jetzt soll eine völlig neue Straße die Erreichbarkeit mit dem Auto noch verbessern? Wir fragen auch: Warum wurde für eine 8 Meter breite Baustraße eine 30 Meter breite Schneise in den Wald geschlagen? Hat das Umweltamt dem zugestimmt? Wurde der Naturschutz vor der Entscheidung beteiligt?

Im Baukonzept der Uni kann man Folgendes lesen: „Bei der Realisierung der für die Region bedeutsamen Medizinischen Fakultät, ist es uns wichtig, die Gebäude in die Landschaft einzufügen und den Eingriff in die Natur auf das notwendige Maß zu beschränken. Schützenswerter Baumbestand wird erhalten. Soweit Bäume nicht erhalten werden können, wollen wir in vollem Umfang an anderer Stelle Ersatz schaffen.“

Dazu passt überhaupt nicht, dass die Uni jetzt auf den Rückbau der Baustraße verzichten, die Fläche dauerhaft versiegeln und mit einer neuen Straße den Autoverkehr fördern will. Nur durch Rückbau, wie in den Ratsgremien beschlossen, kann der Eingriff in die Natur auf das notwendige Maß beschränkt werden. Wir fordern deshalb die Stadt Bielefeld und die Uni auf, auf diese überflüssige neue öffentliche Straße zu verzichten!

BUND-Stellungnahme zur Uni-Baustraße

Infos: Standortkonzept Campus-Süd

 

Bildstrecke: Baustraße für UNI-Erweiterunsbauten

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