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Bauantrag für Flugzeughalle: BUND fordert Öffentlichkeit und Beteiligung der Politik

16. September 2025 | BUND, Lebensräume, Naturschutz, Verkehr

Flugplatzerweiterung gefährdet geschützte Biotope und Trinkwassergewinnung. Mehr Flugbetrieb verstärkt Lärmbelastung für die Anwohner.

Ausbaumaßnahmen des Flugplatzes gefährden geschützte Biotope und die Trinkwassergewinnung

Bielefeld, 16.9.2025 | Die Flughafen GmbH plant auf dem Flugplatzes Windelsbleiche den Bau einer weiteren ca. 1480 qm großen Flugzeughalle mit einem ca. 1900 qm großen versiegelten Vorfeld. Dazu liegt jetzt ein Bauantrag vor. In einer nichtöffentlichen Sitzung soll am 23. September der Naturschutzbeirat dieser Flugplatz-Erweiterung zustimmen. Dazu erklärt für den BUND-Vorstand Anke Werning: „Der Bau der Halle zerstört geschützte Biotope, gefährdet die Trinkwassergewinnung und kann die Anwohner mit mehr Fluglärm belasten. Hier sind bedeutende öffentliche Interessen der Bevölkerung betroffen. Es handelt sich um einen öffentlichen Verkehrslandeplatz, die Fläche ist im Besitz der Stadt. Deshalb darf die der Hallenbau nicht als “privates Bauvorhaben” alleine vom Bauamt entschieden werden". 

Und weiter: " Um den Bau zu ermöglichen, müsste die Stadt eine Ausnahme von den Schutzbestimmungen des Naturschutzgesetzes zulassen. Zwingende Gründe des öffentlichen Interesses an der neuen Halle, wie laut Gesetz notwendig, werden hier aber nicht nachgewiesen“. 

Deshalb fehlten für eine Genehmigung wichtige Voraussetzungen, so Adalbert Niemeyer-Lüllwitz vom BUND-Vorstand: „Naturschutz und Trinkwasserschutz sind auf dem Flugplatz von überwiegendem öffentlichem Interesse. Diese Belange müssen Vorrang vor dem wirtschaftlichen Interesse an der Unterbringung zusätzlicher Flugzeuge haben“.

Der BUND geht davon aus, dass eine Präsenz von mehr Flugzeugen auch mit einer Ausweitung des Flugbetriebes verbunden sein wird. Niemeyer-Lüllwitz: „Damit besteht die Gefahr, dass die Lärmbelastung für die Anwohner im dicht besiedelten Umfeld weiter zunehmen wird. Flugzeuge erzeugen Abgase und Lärm, insbesondere bei Starts und Landungen“.

Dr. Manfred Dümmer, Grundwasserexperte des BUND, weist auf die Bedeutung des Platzes für die Wassergewinnung hin: „Ursprünglich wurde diese einzigartige Heidelandschaft von der Stadt zum Zwecke des Trinkwasserschutzes erworben. Die Stadtwerke fördern in 11 Brunnen wertvolles Trinkwasser. Die Ausweisung eines Wasserschutzgebiets und das Bohren neuer Brunnen wird schon seit Jahren von der Bezirksregierung gefordert und von den Stadtwerken Bielefeld GmbH geplant. Aus Sicht des BUND ist es deshalb unverantwortlich, zu diesem Zeitpunkt eine Flugplatzerweiterung voran zu treiben, die mit einer weiteren Gefährdung der Trinkwassergewinnung verbunden sein kann“.

Der BUND hat zu dem Bauantrag ausführlich mit einem 12seitigen Papier Stellung genommen. Um Transparenz herzustellen ist diese Stellungnahme unter www.bund-bielefeld.de verfügbar.

BUND-Stellungnahme zum Bauantrag Flugzeughalle (PDF)

BUND-Flyer zum Flugplatz-Ausbau (PDF)

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