Kreisgruppe Bielefeld

BUND kritisiert Baumfällungen in Schildesche

13. Januar 2022 | Bäume, BUND, Lebensräume, Naturschutz

Ein Teil der Bäume an der Straße "Im Bracksiek" auf stadteigenem Gelände hätte erhalten werden können

Bielefeld 13.01.2022 | Ein alter, ökologisch wertvoller Baumbestand prägte bis vor kurzem noch das Grundstück an der Straße „Im Bracksiek“ und das Straßenbild hier in Schildesche. Bezirkspolitiker und der BUND hatten sich im letzten Jahr für den Erhalt eingesetzt. Jetzt sind fast alle Bäume gefällt worden. Auf dem Grundstück ist ein Mehrgeschosswohnhaus für 8-10 Wohnungen geplant. Aus Sicht des BUND waren die Baumfällungen dafür aber in diesem Umfang nicht notwendig. „Die meisten Bäume standen der geplanten, grundsätzlich hier sicher sinnvollen Baumaßnahme nicht im Weg, denn sie standen am Rand des Grundstücks“, so BUND-Sprecher Adalbert Niemeyer-Lüllwitz. In einem Gespräch mit ihm habe der Grundeigentümer im letzten Sommer auch noch versichert, man wolle bei dem Bau möglichst viele Bäume erhalten. Dennoch wurden in den letzten Tagen  auf dem Baugrundstück bis auf eine geschützte Eichengruppe in einer Grundstücksecke alle Bäume gefällt.

Entsetzt ist der BUND darüber, dass auch die auf städtischem Gebiet an der Straße „Im Bracksiek“ stehende Baumreihe – darunter mehrere Eichen, eine Buche und eine Linde – gefällt wurden. Bis auf die Linde, deren Stamm innen hohl ist, waren alle Bäume gesund. Hier verläuft die Grenze zum Privatgrundstück deutlich hinter dem Zaum und der Baumreihe.

Der BUND hatte sich im letzten Sommer mit einem Brief an das Umweltamt für den Erhalt der Bäume eingesetzt. In der Antwort hieß es dazu, man wolle den Erhalt möglichst vieler Bäume prüfen, aber die Stadt könne bei den Bäumen an der Straße dem Eigentümer die Fällung von Bäumen für die Herstellung einer Grundstückszufahrt „nicht verwehren".

„Uns ist neu, dass für eine Grundstückszufahrt die gesamte Straßenlänge benötig wird. Dafür wäre zwischen den Bäumen genügend Platz gewesen“, sagt dazu Jürgen Birtsch vom BUND-Vorstand. Zumindest hätte dafür nicht die gesamte Baumreihe fallen müssen. Und weiter: „Wir sind sehr irritiert darüber, dass hier ein Umweltamt, dass dem Schutz von Umwelt und Natur verpflichtet ist, offenbar die Möglichkeiten zum Baumschutz nicht ausschöpft und den Wünschen eines Investors folgt“. Vom Umweltamt hätte der BUND auch erwartet, darauf hinzuwirken, dass Bäume auf dem Grundstück erhalten werden, die dem Bauprojekt nicht im Wege stehen. Der Fall sei wieder ein Beleg dafür, dass in der Stadt dringend wieder eine Baumschutzsatzung benötigt würde. Wobei sich in diesem Fall natürlich die Frage stelle, so Jürgen Birtsch: „Was nützt eine Baumschutzsatzung, wenn selbst die Stadt ihre Handlungsmöglichkeiten für den Erhalt wertvoller Stadtbäume nicht nutzt?“

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