Kreisgruppe Bielefeld

Bäume im Gellershagenpark (vorläufig) gerettet!

21. Dezember 2020 | BUND, Bäume, Naturschutz

Laurentiushaus nicht im Gellershagenpark - BUND fordert jetzt endgültige Sicherung als Grünfläche!

Eingang Gellershagenpark an der Weihestraße – weiße Bänder markieren die zu fällenden Bäume  (Foto: A. Niemeyer-Lüllwitz)

Überraschung in der Auseinandersetzung um den Bebauungsplan Weihestraße und Erfolg für den Natur und Klimaschutz:  Der Verein katholischer Altenhilfeeinrichtungen (VKA e.V.) als Träger des Hauses Laurentius hat offiziell bekannt gegeben, dass der Neubau des Laurentius-Hauses nicht auf dem Grundstück gegenüber der Christkönig-Kirche (Eingang Gellershagenpark), sondern auf dem bestehenden Grundstück vorgesehen ist.

Seit Januar 2020 hat sich eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Bäume und den Schutz des Parkes eingesetzt und viele hundert Unterschriften gesammelt. Der BUND hatte die Initiative unterstützt und u.a. im Mai mit einer mehrseitigen, fachlich fundierten Stellungnahme den Neubau des Hauses im Gellershagenpark in Frage gestellt. Dieser Argumentation ist der Träger jetzt offenbar gefolgt.

Leider ist damit aber der Baumbestand im Park noch nicht endgültig gerettet. Der VKA will auf das Grundstück im Gellershagenpark nicht vollständig verzichten. Es soll dort „die Möglichkeit eines in die Parklandschaft eingebundenen, barrierefreien Wohnprojektes geprüft werden“.

Der BUND setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, hier komplett auf eine Bebauung zu verzichten. Politik und Verwaltung der Stadt fordern wir auf, den Bebauungsplan Weihestraße nicht weiter zu verfolgen. Der Grund für die Aufstellung dieses Bebauungsplanes ist jetzt weggefallen. Der Bebauungsplan wurde ausschließlich mit dem Neubau des Laurentius-Hauses begründet. Dieser Neubau, so hieß es im dem Bebauungsplan, sei nur an dieser Stelle möglich. Deshalb seien die Beanspruchung des Parkes und das Fällen von 35 Bäumen alternativlos.  Dass damals keine Alternativen, auch der Neubau am bisherigen Standort, geprüft wurden, haben wir deutlich kritisiert. Jetzt gibt es keinen Grund mehr, in diese wertvolle Grünfläche einzugreifen. Das über 50 Jahre alte Baurecht muss deshalb aufgehoben werden!

Das, was wir als BUND dazu in unserer Stellungnahme im Mai ausgeführt haben, gilt weiterhin. Auf eine 58 Jahre alte Planung zurückzugreifen ist fragwürdig. Vor 58 Jahren gab es den Gellershagenpark noch nicht. Heute vorhandenes Grün muss in Anbetracht der fortgeschrittenen Naturverluste, in Anbetracht von Arten- und Insektensterben und dem Klimanotstand völlig neu bewertet werden. Der betroffene Bereich des Gellershagenparks hat sich in den letzten 50 Jahren zu einem bedeutsamen Teil der Grünfläche entwickelt und bildet eine eindrucksvolle naturnahe Eingangssituation von der Weihestraße aus in den Park. 

Wir fordern deshalb jetzt die Stadt auf, diesen bedeutsamen Teil des Gellershagenparks dauerhaft als Grünfläche zu sichern. Zusätzlich sollten die beiden ökologisch besonders wertvollen Hofeichengruppen als „Geschützter Landschaftsbestandteil“ ausgewiesen und geschützt werden.

 

Bildstrecke: Betroffene Bereiche des Gellershagenparks an der Weihestraße und Planung für den Bau eines Alten- und Pflegeheims

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