Kreisgruppe Bielefeld
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Heidsieker Heide: Idealer Standort für die Landschlachterei Beier?

09. August 2026 | BUND, Landwirtschaft, Lebensräume, Naturschutz

BUND zum Bebauungsplan "Heidsieker Heide" und zur möglichen Ansiedlung eines Schlachtbetriebes

Heidsieker Heide, mögliche Fläche eines Gewerbegebietes und einer Ansiedlung der Landschlachterei Beier. Foto BUND, Grafik Stadt Bielefeld/NW

Bielefeld, 10.8.2026 | An der Heidsieker Heide zwischen Theesen und Jöllenbeck plant die Stadt die Ausweisung eines weiteren Gewerbegebiets. Die Fläche ist möglicher Standort für die Landschlachterei Beier.  Aus den angrenzenden Wohngebieten wurde dazu Kritik laut. Entfernt wohnende Anwohner wenden sich gegen einen solchen Betrieb.  Manche berufen sich dabei auch auf Äußerungen aus dem Naturschutz. Deshalb nimmt der BUND jetzt zu dem möglichen Bebauungsplan und der Ansiedlung eines Schlachtbetriebes Stellung. 

Jürgen Birtsch vom BUND-Vorstand weist darauf hin, dass der Schlachtbetrieb Beier im Stadtgebiet und der Umgebung vor allem für kleinere landwirtschaftliche Betriebe, insbesondere für Biolandwirte, arbeitet. „Damit trägt er positiv zur Aufrechterhaltung regionaler Vermarktungsketten und zum Erhalt kleinbäuerlicher Landwirtschaft bei.  Artgerechte und biologische Tierhaltung ist auf solche Schlachtbetriebe angewiesen. Als Umweltverband unterstützen wir eine umwelt- und tiergerechte Nutztierhaltung, da ohne sie der Erhalt einer von Grünland und Weidetierhaltung geprägten naturnahen Kulturlandschaft nicht gelingen kann. Deshalb unterstützt der BUND auch die Ansiedlungsbemühungen der Landschlachterei Beier“. 

Jetzt vorliegende Pläne deuten aus Sicht des BUND darauf hin, dass Beier in dem geplanten Bebauungsplangebiet einen idealen Standort finden könnte. Mit einer Nutzung, die auch den Naturschutzbelangen entgegenkommen würde. Dazu erklärt Sven Christeleit vom BUND: „Von den zur Verfügung stehenden über 10 ha würde Beier für den eigentlichen Betrieb nur ca. 1 ha beanspruchen. Insgesamt wolle man etwa 8 ha nutzen, 7 ha davon als Grünland für Weidetiere. Geschützte Biotope könnten so, wie vom Naturschutzbeirat gefordert, herausgenommen bzw. als geschützt festgesetzt werden. Der Anteil versiegelter Flächen läge im Gesamtgebiet deutlich unter 10 %“. 

Die zu bebauende Fläche könne nahe der vorhandenen Gewerbebebauung im Westen so platziert werden, dass auch ausreichend große Abstände zur Wohnbebauung (mindestens 500 m) eingehalten werden könnten. Insgesamt ist aus Sicht des BUND die Ansiedlung damit eine Chance, zum Erhalt und zur positiven Entwicklung der naturnahen Kulturlandschaft zwischen Theesen und Jöllenbeck beizutragen. 

Jürgen Birtsch: „Das Konzept schont auf einem sehr großen Flächenanteil die Natur. Aus artenarmen Ackerflächen werden artenreicheres Grünland. Schützenwerte Flächen bleiben außen vor. Den Zielen der Landschaftsplanung, diese Fläche für wichtige Freiraumfunktionen, besonders den Biotopverbund und die Frischluftzufuhr in Zeiten von Klimawandel zu nutzen, würde trotz Festsetzung als Gewerbegebiet entsprochen. Das würde sich auch mit den Forderungen des Naturschutzbeirates decken. Insgesamt wäre diese Ansiedlung ein Gewinn für die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die regionale Vermarktung und den Naturschutz“.

Bebauungsplan – Beratung im Naturschutzbeirat 

Am 23. September 2025 hat der Naturschutzbeirat nach Beratung zu dem vorliegenden Bebauungsplan Stellung genommen. Im Beschluss heißt es: „Der Naturschutzbeirat lehnt aufgrund der gravierenden Eingriffe in die Landschaft, dem Zusammenwachsen bislang getrennter Ortsteile und damit der Zerstörung der hier noch vorhandenen Kulturlandschaft das angedachte Baugebiet „Heidsieker Heide“ ab“. Dabei ging der Beirat davon aus, dass hier eine Fläche von über 10 ha mit Industrie und Gewerbe bebaut wird. Der mögliche durchgehenden Bebauungsriegel würde hier massiv in den Biotopverbund und einen Grünzug eingreifen. Geschützte Biotope im Norden und Süden sowie ein geschützter Wald wären betroffen. 

Der Beirat hat im Beschluss aber auch ein Fenster für eine mögliche Zustimmung geöffnet: Voraussetzung dafür sei eine Herausnahme geschützter Biotope und des Waldgebietes im Süden sowie eine deutliche Verkleinerung der für eine Bebauung freigegebenen Flächen. Das deckt sich mit einer Stellungnahme des BUND zum Regionalplan aus dem Jahr 2021, in der eine deutliche Reduzierung der Fläche gefordert wurde. Mit der Ansiedlung der Landschlachterei Beyer würde genau diesen Forderungen des Naturschutzes entsprochen. 

Beschlussvorlage B-Plan Heidsieker Heide (PDF)

Pläne zum B-Plan Heidsieker Heide (PDF)

Beschluss des Naturschutzbeirates zum B-Plan Heidsieker Heide (PDF)

Bericht im Westfalenblatt vom 22.6.2026 „Schlachthaus? Nein Danke“

Bericht der Neuen Westfälische vom 10.7.2026 

BUND-Stellungnahme 

Bilder zum möglichen Bebauungsplan Heidsieker Heide bzw. der hier möglichen Ansiedlung der Landschlachterei Beier

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