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Kreisgruppe Bielefeld

Der BUND Bielefeld wendet sich gegen großflächige Abholzungen im Bielefelder Wald

17. Mai 2019 | Bäume, Wälder, Naturschutz

Die angekündigten massiven Eingriffe sind aus ökologischer Sicht nicht notwendig und gefährden wichtige Waldfunktionen. Wenn Förster massive Eingriffe in den Wald ankündigen, klingeln bei den Naturschützern die Alarmglocken. Waldbäume stehen durch Klimawandel und Wetterextreme unter Stress. Doch großflächige Baumfällungen mit schweren Holzerntemaschinen, wie von unserem Stadtförstern angekündigt, sind unnötig, sagt der BUND.

Gefällte Buchen im Teutoburger Wald bei Bielefeld, Mai 2019. Foto: Niemeyer-Lüllwitz

Wenn das auch noch wie am Haller Weg in Bielefeld im Buchenwald passiert, schwächt das die verbliebenen Bäume und widerspricht dem Grundsatz einer naturgemäßen Waldwirtschaft. Zudem werden für die Stadt zentral wichtige Waldfunktionen wie der Erhalt biologischer Vielfalt, der Schutz gefährdeter Tiere, der Beitrag zu Luftreinhaltung, Klimaschutz und Grundwasserschutz gefährdet. Diese Belange haben aus Sicht des BUND in der Großstadt Bielefeld eine hohe Priorität und dürfen nicht für kurzfristig zu erzielende Holzerträge und Spiel gesetzt werden.

Nach Einschätzung des BUND droht dem Bielefelder Wald keine Katastrophe. Die vom Borkenkäfer bedrohten Fichtenwälder machen nur einen kleinen Teil, deutlich unter 20 %, des Stadtwaldes aus. Zudem ist hier ein Waldumbau in Richtung naturnaher Laubmischwälder dringend notwendig. Gerade den Fichten setzen Klimawandel und Sturmereignisse besonders zu. An solchen Standorten müssen klimastabile Laubwälder entwickelt werden. Dazu sind nicht unbedingt Aufforstungen nötig, vielfach kann die Naturverjüngung wesentlich dazu beitragen. 
 
Vereinzelt erkrankte Rotbuchen erfordern keine massiven Eingriffe. Baumentnahmen in den Buchenwäldern müssen behutsam, einzeln erfolgen und dürfen das Ökosystem nicht gefährden. Wo möglich sollten alte und absterbende Bäume auch im Wald verbleiben, da sie für die Artenvielfalt besonders wichtig sind. Zu weiteren massiven Baumentnahmen, wie in diesem Frühjahr am Haller Weg, darf es nicht kommen! Solche Eingriffe widersprechen dem von der Stadt verfolgten Konzept der naturnahen Waldbewirtschaftung. Sie erhöhen zudem den Stress für die freigestellten verbliebenen Buchen, die dann besonders von Krankheiten wie der Weißfäule befallen werden und besonders leicht von Stürmen umgeworfen werden können. 

Dass kranke Gefahrenbäume an Verkehrswegen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht gefällt werden müssen, ist unstrittig. Aber für die Verkehrssicherungspflicht sind keine massiven Baumfällungen in den Gesamtbeständen notwendig.    

Massive Eingriffe mit Baumentnahmen verfolgen einseitig wirtschaftliche Interessen. Die Holzproduktion kann aber in Anbetracht der vielfältigen Funktionen des Stadtwaldes für das gesamte Leben der Stadt nur nachrangig verfolgt werden. Der Wald ist für über 350.000 Menschen ein besonders bedeutsamer Erholungsraum. Er beeinflusst maßgeblich das Stadtklima und trägt zur Luftreinhaltung bei. Er ist Wasserspeicher und sorgt als Filter für saubere Grund- und Trinkwasservorräte. Zudem ist er bedeutsamer Lebensraum und Ökosystem für unzählige Arten. Teile des Stadtwaldes stehen deshalb auch unter strengem Naturschutz, sind als FFH-Gebiet nach europäischem Naturschutzrecht geschützt. Jeder Eingriff muss mit diesen Belangen abgewogen werden. Holznutzung kann, wie die Stadt selbst erklärt hat „nicht prioritär verfolgt werden“. Besonders dort, wo die Stadt Eigentümer ist, muss die Holznutzung eher hinten anstehen. Massive Eingriffe sind deshalb unbedingt zu vermeiden.

Adalbert Niemeyer-Lüllwitz

Berichte in der Neuen Westfälischen zum Thema:

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