Baumbestand im Bereich der Bebauung Gesamtschule Schildesche. Bilder: BUND
Bielefeld, 17.2.2026 | Der Naturschutzbeirat hat heute Abend über die Ratsentscheidung zur Abschaffung der Baumschutzsatzung beraten und dazu folgenden Beschluss gefasst:
Der Naturschutzbeirat bedauert die Entscheidung des Rates zur Abschaffung der Baumschutzsatzung. Der Naturschutzbeirat hatte in seiner Sitzung vom 21.6.2022 nach intensiver Beratung, der die Arbeit einer AG vorausgegangen war, der Baumschutzsatzung zugestimmt und die Umsetzung in den Folgejahren intensiv fachlich begleitet.
Dass jetzt der Stadtrat kurzfristig ohne vorherige Anhörung von Fachleuten und ohne Evaluation der noch recht kurzen Praxiszeit diesen Beschluss gefasst hat, ist aus naturschutzfachlicher Sicht nicht nachzuvollziehen. Auch der Naturschutzbeirat hätte vor der Entscheidung beteiligt werden müssen. Denn nach einem rechtsgültigen Erlass des Umweltministeriums sind die Beiräte generell vor allen wichtigen Entscheidung der Naturschutzbehörde in angemessener Form und Frist zu hören. Zu solch wichtigen Entscheidungen gehört laut Erlass ausdrücklich auch das Thema Baumschutzsatzung.
Dass nicht nur der Beirat, sondern auch die für die Baumschutzsatzung zuständige Naturschutzbehörde und der fachlich zuständige Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nicht beteiligt wurden, wirft aus Sicht des Naturschutzbeirates ein Schlaglicht auf eine äußerst fragwürdige Vorgehensweise der Ratsmehrheit.
Auch dem Naturschutzbeirat ist klar, dass es nach berechtigter Kritik Änderungsbedarf an der Baumschutzsatzung gab. An einer fachlichen Untersuchung von Wirkung und Schwächen im Sinne einer Überarbeitung hätte der Beirat im Sinne seiner Aufgaben konstruktiv mitarbeiten können. Die schnelle Entscheidung noch bis Mitte Februar erweckt jetzt den Eindruck, als wenn damit noch bis Ende Februar das Fällen unliebsamer Bäume ermöglicht werden soll. Für den Naturschutz in der Stadt ist das kein guter Start ins neue Jahr.