Kreisgruppe Bielefeld
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BUND fordert Wassersparkonzept mit wirksamer Trinkwasserampel

02. Juli 2026 | BUND, Nachhaltigkeit, Ressourcen & Technik, Klimawandel

Vorsorge zur Klimaanpassung muss städtische Pflichtaufgabe sein

Wasserwerk 1 der Stadtwerke Bielefeld in Sennestadt. Foto: BUND

Bielefeld, 2. Juli 2026 | Hitze und Trockenheit verursachen vielerorts Probleme bei der Versorgung mit Trinkwasser, auch in Bielefeld.  Für den BUND ist das ein Alarmzeichen für die sich zuspitzende Klimakrise. Dazu erklärt für den BUND-Vorstand Jürgen Birtsch: „Vorsorgemaßnahmen zur Klimaanpassung und zum Erreichen der Klimaziele sind von den Kommunen als Pflichtaufgabe wahrzunehmen. Der von der Stadt schon vor sieben Jahren beschlossene Klimanotstand muss deshalb endlich ernst genommen werden. Die Zahl der Hitzetoten steigt. Maßnahmen für mehr Grün und zur Wasserrückhaltung sind für die Stadt lebensnotwendig. Dass seit März auf Privatgrundstücken wieder große Bäume gefällt werden dürfen, passt überhaupt nicht in diese Zeit“.

Der BUND fordert deshalb einen wirksamen Baumschutz für die Stadt und Programme zur Entsiegelung aufgeheizter Flächen. Sven Christeleit, Baumexperte des BUND: „Bielefeld braucht mehr Bäume, Baumpflanzungen sind besonders dringlich. Dabei sollte die Stadt stärker auf besonders klimawirksame, großkronige Bäume und heimische Baumarten wie Linden und Hainbuchen setzen.   Mit dem Konzept einer „Schwammstadt“ muss zudem auf allen verfügbaren Flächen zur Rückhaltung und Speicherung von Regenwasser beigetragen werden. Damit kann auch ein Beitrag zur Grundwasseranreicherung und damit zur Sicherung der Trinkwasserversorgung geleistet werden“. 

BUND-Wasserexperte Dr. Manfred Dümmer: „An heißen Tagen steigt der Verbrauch an Trinkwasser. Mit einer Trinkwasserampel rufen die Stadtwerke deshalb jetzt zum freiwilligen Wassersparen auf. Doch eine wirksame Handhabe, Maßnahmen gegen solche Wasserverschwendung auch durchzusetzen, bietet diese Ampel nicht. Wenn aufgrund nicht mehr ausreichender Wasservorräte die Ampel auf Rot geschaltet wird, muss es möglich sein, die Verwendung von Trinkwasser zum Bewässern von Rasenflächen, für die Autowäsche oder zum Befüllen von Pools zu unterbinden“. Dazu benötigten die Behörden ordnungsrechtliche Möglichkeiten, so wie es viele Nachbarkommunen schon längst beschlossen und umgesetzt hätten. Zudem müsse das Thema „Wasserampel“ in den Medien erheblich besser kommuniziert werden.

Der BUND erinnert daran, dass der Umweltausschuss schon im Januar 2025 einstimmig die Verwaltung und die Stadtwerke Bielefeld GmbH mit der Erarbeitung eines Wassersparkonzeptes beauftragt und die Einführung einer wirksamen Wasserampel beschlossen hat. Passiert sei hinsichtlich des Wassersparkonzeptes seitdem nichts. Der BUND fordert deshalb in Anbetracht aktueller Versorgungsprobleme Politik und Verwaltung auf, diesen Beschluss endlich umzusetzen. Damit könne in extrem trockenen Sommermonaten wirksam die Versorgungslage stabilisiert werden. 

Mit dem Bau einer kostenträchtigen Fernwasserpipeline dauerhaft Wasser aus dem Ruhrgebiet nach Bielefeld zu pumpen ist aus Sicht des BUND weiterhin dafür keine Lösung. Ebenso wie in OWL fehle Niederschlagswasser auch im Einzugsgebiet der Talsperren. Die Weser leide zum Beispiel aktuell unter Wassermangel, weil aus der Edertalsperre nicht mehr genügend Wasser abgelassen werden könne. Jürgen Birtsch: „Wasser dauerhaft über 100 km aus einem Mangelgebiet in ein anderes zu transportieren löst keine Versorgungsprobleme. Stattdessen müssen die Stadtwerke auf den Ausbau regionaler Trinkwasservorkommen und Wassersparkonzepte setzen. Vorschläge des BUND für zusätzliche Grundwasser-Ressourcen liegen den Stadtwerken vor. Dieses lässt sich auch kurz- und mittelfristig umsetzen, während mit der konkreten Planung der ersten Teilabschnitte einer Fernwasserpipeline ab Beckum noch nicht einmal begonnen wurde“. 

Info: Beschluss des AfUK vom 13. Januar 2025 zum Wassersparkonzept und der Einführung einer Trinkwasserampel. Die Vorlage wurde von SPD, CDU, Grünen und Linken gemeinsam eingebracht.

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