Kreisgruppe Bielefeld
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Baumfällungen am Schwarzbach: Chance für naturnahen Bach

04. Februar 2021 | BUND, Bäume, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz

BUND nimmt Stellung zu den Fällungen von Pappeln am Schwarzbach. An Stelle der nicht standortheimischen Hybrid-Pappeln kann sich der Bach jetzt naturnah entwickeln.

So wie auf diesem Bild kann sich jetzt auch der Schwarzbach naturnah entwickeln. Hier ist jetzt auch Platz für standortgerechte Ufergehölze wie Weiden und Erlen. Foto: BUND

Die Neue Westfälische berichtet heute unter der Überschrift "Naturschützer legen sich mit dem Falschen an" über Baumfällungen am Schwarzbach.  Dazu hat der BUND Stellung genommen. 

Wenn in der Stadt Bäume fallen, reagieren viele Menschen darauf kritisch. Dieser Einsatz für den Baumschutz ist aus Sicht des BUND positiv. Bäume sind für den Naturhaushalt und den Klimaschutz unverzichtbar. Es gibt aber auch Situationen, in denen Baumfällungen notwendig und sinnvoll sind. Am Schwarzbach geht es um eine solche Situation.

Durch den Beitrag in der NW und besonders durch die Überschrift wird unnötigerweise ein Gegensatz zwischen „Naturschützern“ und dem hier wirtschaftenden Landwirten unterstellt. Gerade hier am Schwarzbach gibt es aber nach unserer Kenntnis eine einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen dem Naturschutz und den Grundeigentümern. Der BUND bedauert, dass vor dieser Berichterstattung versäumt wurde, Vertreter der Naturschutzverbände dazu zu befragen.

Am Schwarzbach standen mit den Hybridpappeln keine standortheimischen Baumarten. An Gewässern wachsen von Natur aus Erlen, Weiden und Eschen. Hybrid-Pappeln wurden dort als schnell wachsender Kultur- und Wirtschaftsbaum aufgeforstet, erreichen auch nur ein begrenztes Alter. Solche Aufforstungen, oft in naturfernen Reihenpflanzungen, wurden vor 60 bis 80 Jahren leider an vielen Stellen auf feuchten Standorten und besonders an Fließgewässern vorgenommen.

Die Bäume jetzt kurz vor dem Absterben noch zu nutzen ist in Ordnung. Kein Naturschützer wird sinnvolle Holznutzung in Frage stellen. Holz ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff.

In diesem Fall wurde zudem auch gefällt, um Platz zu schaffen für eine Renaturierung des hier ausgebauten Schwarzbaches. Die Renaturierung ausgebauter und begradigter Fließgewässer wird von den Naturschutzverbänden seit vielen Jahrzehnten gefordert. In diesem Fall kann der Schwarzbach jetzt wieder mit seiner Dynamik ein naturnahes Gewässerbett entwickeln. Zudem sollen Wanderhindernisse für Fische beseitigt werden. Danach können sich dann hier die Gehölze ansiedeln, die von Natur aus dort hingehören.

Bericht in der Neuen Westfälischen vom 4.2.2021

Informationen  über den Schwarzbach auf unserer Seite "Bielefelder Bäche"

 

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