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Kreisgruppe Bielefeld

In Bielefeld nahezu ausgestorben,  jetzt in Ummeln fotografiert: Mittelspechte

11. Januar 2020 | Bielefelder Wald, BUND, Naturschutz, Wälder

Naturfotograf Dieter Kunzendorf gelangen außergewöhnliche Bilder. Im Bielefelder Stadtwald fehlen Altholzbestände als geeignete Brutplätze.

Mittelspecht am Schulbauernhof Ummeln, 11.1.2020  (Foto: Dieter Kunzendorf)

Er gilt in Bielefeld als Brutvogel nahezu als ausgestorben, der seltene Mittelspecht. NRW-weit steht der Vogel auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Am Wochenende konnte der Naturfotograf Dieter Kunzendorf auf dem Gelände des Schulbauernhofes Ummeln gleich zwei Exemplar des seltenen Vogels, möglicherweise also ein Pärchen, fotografieren! Die Bilder gelangen an einem Futterholz. Spechte sind im Winter häufig an Futterstellen zu beobachten, doch Mittelspechte gehören hier äußerst selten zu den Gästen. Ob die beiden beobachteten Mittelspechte in der Nähe brüten ist nicht bekannt. Brutnachweise liegen in Bielefeld schon seit vielen Jahren nicht mehr vor. Das belegt auch die aktuelle Verbreitungskarte des Landesumweltamtes. Immerhin gibt es im Nachbarkreis Gütersloh einzelne Brutnachweise, im Tatenhauser Wald, im Holter Wald und im Stadtholz in Rheda.

Dabei ist der Mittelspecht ein typischer Waldbewohner, und im Stadtgebiet von Bielefeld gibt es über 5000 Hektar Wald. Offenbar macht dem Vogel hier die intensive Bewirtschaftung der Wälder und das Fehlen alter Laubbäume zu schaffen. Denn der Mittelspecht benötigt als Lebensraum besonders alte Laubwälder mit Altbaumbeständen, absterbenden Bäumen und viel Totholz. In alten, am besten schon absterbenden Eichen baut der Specht seine Bruthöhlen, da sie geeignete Faulstellen und tote Seitenäste aufweisen.

Im Winter unternehmen die Vögel bei der Nahrungssuche Ausflüge in der weiteren Umgebung ihrer Brutplätze und besuchen dann auch Futterstellen in Gärten. Wenn es gelingen soll, die in Ummeln beobachteten Mittelspechte wieder dauerhaft in Bielefeld anzusiedeln, ist der Erhalt von Altholzbereichen, insbesondere in alten Eichenwäldern, und stehendem Totholz besonders wichtig. Auch für andere höhlenbewohnende Spechtarten oder Fledermäuse. Gerade solche ökologisch wertvollen Bäume werden aktuell aber aufgrund der Trockenschäden im Bielefelder Stadtwald oft gefällt. Deshalb bittet der BUND Waldbesitzer und Förster darum, möglichst viele alter Laubbäume über die Hiebreife hinaus im Wald zu erhalten. Auch schon abgestorbene Bäume sollten dort, wo es möglch ist, stehen bleiben. Sie können so noch viele Jahre als Höhlenbäume dienen. Besonders im stadteigenen Wald sollte ein bestimmter Anteil alter Bäume als Biotopbäume dauerhaft bis zum natürlichen Absterben im Wald verbleiben. Für den Mittelspecht wäre es zudem wünschenswert, wenn ein höherer Anteil wertvoller Eichenwälder als Naturwald nicht mehr fortwirtschaftlich genutzt würde.

Weitere Informationen:

Geschützte Arten in NRW – Mittelspecht

Mittelspecht im Kreis Gütersloh

 

Bildstrecke: Mittelspechte in Bielefeld-Ummeln, Bilder ihres Lebensraumes und Brutvorkommen in OWL 

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